Der Arbeitskreis Junger Völkerrechtswissenschaftler*innen e.V. Arbeitskreis Junger Völkerrechtswissenschaftler*innen e.V. (AjV) hat mit Frau Professorin Nußberger und der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz der Universität zu Köln den Lorenz-Wielenga-Preis geschaffen.
Mit dem Preis soll das Andenken an Lorenz Wielenga gewahrt und gefördert werden.
In Gedenken an Lorenz Wielenga (1996-2025)
Lorenz war ein vielseitiger Mensch: Ein engagiertes Mitglied des AjV, ein brillanter Wissenschaftler, ein begeisterter Sozialdemokrat und ein geschätzter Freund und Kollege.
Lorenz wurde am 4. Juli 1996 geboren. Er studierte Jura in Münster, Amsterdam und Madrid. Nach dem Studium trat er eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz der Universität zu Köln an, wo er als Doktorand von Frau Professorin Angelika Nußberger betreut wurde. Im Rahmen seines Dissertationsprojektes, das er nicht mehr fertigstellen konnte, erforschte Lorenz, wie oberste Gerichte in demokratischen Staaten mit Klimafällen umgehen. Mit seiner Arbeit wollte er einen Beitrag zum Verständnis der Rolle der Justiz im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und demokratischer Legitimation leisten.
Während seiner Promotionsphase unternahm er nicht nur einen Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford und diskutierte in Wien auf einem Panel mit der ehemaligen Bundesverfassungsrichterin Frau Professorin Susanne Baer darüber, welcher staatliche Akteur am besten für den Klimaschutz geeignet ist, sondern machte sich auch um den AjV verdient. Mit großem Einsatz organisierte Lorenz von 2021 bis 2023 die AjV-DGIR Tagung in Köln mit. Auf der Konferenz selbst hielt er den Schlussvortrag und präsentierte darin ein Resümee der Veranstaltung. Im unmittelbaren Anschluss der Tagung wurde der AjV als Verein gegründet – auch hier tat sich Lorenz als Gründungsmitglied hervor.
In seiner weiteren wissenschaftlichen Arbeit widmete sich Lorenz der Demokratie und dem Grundrechtsschutz, insbesondere dem Schutz der Meinungsfreiheit. Lorenz‘ Publikationen lassen seine Ideen und Impulse weiterleben und können hier aufgerufen werden.
Lorenz widmete nicht nur der Wissenschaft seine Zeit und Energie, sondern engagierte sich auch für Zivilgesellschaft und Demokratie. Er war leidenschaftliches Mitglied der SPD und unterstützte die Kandidatur von Bundesministerin Svenja Schulze im Jahr 2021 als Wahlkampfleiter. Auch engagierte sich Lorenz als Berater für Geflüchtete in Griechenland.
Wer das Privileg hatte, Lorenz persönlich kennenzulernen, kennt auch diese Seiten von Lorenz: Lorenz der Schachmeister, Lorenz der Unterhalter, Lorenz der herzliche, sympathische, fürsorgliche Freund, der Menschen zusammenbringt.
Nach einem langen und schweren Kampf gegen seine Krankheit verstarb Lorenz am 25. April 2025.
Der Lorenz-Wielenga-Preis
Mit dem Lorenz-Wielenga-Preis sollen herausragende junge Wissenschaftler*innen, die Lorenz‘ Ideale verkörpern, ausgezeichnet werden. Der Lorenz-Wielenga-Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen der AjV-DGIR Tagung vergeben. Bewerben können sich alle Vortragenden der Tagung. Während wissenschaftliche Exzellenz das Hauptkriterium der Auswahl bildet, werden zusätzlich auch soziales und politisches Engagement sowie die Qualität der Lehrtätigkeit berücksichtigt.
Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 750 € und die Einladung zu einem einmonatigen Forschungsaufenthalt an der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz verbunden. Der AjV dankt Frau Professorin Nußberger und der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht ganz herzlich für diese wertvolle Kooperation und die großzügige Finanzierung des Lorenz-Wielenga-Preises.
Der Preis wird 2025 das erste Mal vergeben.
Preisträgerin 2025
Name: Dr Małgorzata Myl-Chojnacka
Affiliation: Faculty of Law and Administration, University of Silesia in Katowice, Polen
Titel des Beitrages: “Invisible Migration: Legal Challenges in Protecting Deaf Asylum Seekers in Europe“
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